Das Bio-Weingut «Habühl» liegt am rechten Zürichseeufer in Herrliberg – mit Blick über den See und einer Weinbautradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Seit 1945 wird hier von der Familie Grob mit Leidenschaft Wein angebaut, heute nach den Standards von Bio Suisse und PIWI.

Was heute ein moderner Bio-Betrieb ist, hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich: von den ersten Reben im Auftrag der Zürcher Stifte über einen Grossbrand und den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit bis zur Umstellung auf biologischen Weinbau. Drei Kapitel dieser Geschichte erzählen wir Ihnen hier.

In Herrliberg, mit einer Fläche von knapp 900 ha, wird bereits seit dem Mittelalter Wein angebaut. 

Das Land von Herrliberg gehörte damals zum Grossmünster- und Fraumünsterstift in Zürich sowie dem Kloster Einsiedeln. Diese bezogen die Weine von Herrliberg für ihre Messen. 

Erst zu Beginn des 16. Jahrhundert ging das Rebland langsam in den Besitz von Bürgern von Herrliberg über. 1886 auf dem Höhepunkt der Rebkonjunktur gab es in Herrliberg 174 Rebbesitzer. Diese bewirtschafteten 127 ha Reben. Dies entsprach einen Siebtel des gesamten Gemeindegebietes. 

Seit 1975 gibt es nur noch drei Rebbesitzer, nämlich; die Fam. von Meyenburg «Schipfgut», die Gemeinde Herrliberg (Rebbesitz aus Legaten) sowie Hans Heiri und Kaspar Grob «Habühl». 

Das «Weingut Habühl» mit seinem kleinen Bauernhof, war während drei Generationen im Besitz der Familie Wettstein. Die männlichen Mitglieder der Familie, waren allesamt hauptberuflich Adjutanten in der Kavallerie, das Weingut Habühl war zu klein für eine Existenz. Leider ist der einzige Sohn der Familie Wettstein während einer Militärübung mit seinem Pferd im Tessin tödlich verunglückt. 

Anschliessend übernahm seine Schwester, Berta Wettstein das Weingut. Durch die Heirat mit Johannes Grob aus Wattwil, ging das Weingut zur Familie Grob-Wettstein über. Tragischerweise verunglückte Johannes Grob im Jahr 1938 ebenfalls tödlich und das Weingut ging an seinen einzigen Sohn, Hans Grob über. Hans Grob, damals noch in der militärischen Ausbildung, übernahm unvorbereitet das kleine Weingut «Habühl». 

Sofort nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 startete Hans Grob, als Autodidakt seine Karriere als Rebbauer. Die Rebberge wurden gerodet und es wurden robuste Rebstöcke mit den Sorten; Riesling-Sylvaner und Pinot noir gepflanzt. Die daraus gekelterten Weine waren bereits vielversprechend. Im Jahr 1950 erfolgte jedoch bereits der erste Rückschlag. 

Ein Grossbrand zerstörte praktisch alle Gebäulichkeiten des Weingutes. Auch das Gebäude mit der Weinpresse, wurde durch den Brand total zerstört. Damit war eine Weinkelterung im «Habühl» nicht mehr möglich. Die finanzielle Situation von Hans Grob erlaubte es leider nicht in eine neue, zeitgemässe Weinkelterungs-Anlage zu investieren. Wieder aufgebaut wurde jedoch der Bauernhof und die Stallungen für die Pferde. Anfang der sechsziger Jahre wude dieser jedoch stillgelegt und das Agrarland verpachtet. Hans Grob gründete eine Brennstoffhandelsfirma. Durch den Bauboom an der Goldküste florierte die Firma. Nur dank den Einnahmen aus dem Brennstoffhandel war es Hans Grob möglich das kleine «Weingut Habühl» weiterzuführen und auszubauen. 

Es war immer das Ziel von Hans und Marie Grob das «Weingut Habühl» zu erhalten. 

Ein Glücksfall war zu Beginn der 2000er-Jahre die Begegnung mit dem jungen Winzer und Önologen, Markus Weber. Dieser suchte nach neuen geeigneten Rebflächen um seinen Betrieb ausbauen zu können. Da Markus Weber mit seinem Team bereits die Rebberge der Gemeinde Herrliberg bewirtschaftete, wurde man sich schnell einig. 

Seither führt Markus Weber mit seinem Team die lange Weinbautradition mit grossem Respekt von der der Geschichte des Weinguts, und mit einem modernen Verständnis für einen naturnahen Weinbau, weiter. 

Die Rebberge wurden kontinuierlich auf biologischen Weinbau umgestellt und werden heute nach den Standards von Bio Suisse und PIWI bewirtschaftet. Im Mittelpunkt steht ein möglichst geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, eine gezielte Bodenbewirtschaftung und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur. 

Im Jahr 2021 wurde «im Habühl» einer der ersten Rebberge mit PIWI Rebstöcken der Sorte «Cabernet Jura» bepflanzt. Aus dieser Sorte kann, ein sehr bekömmlicher Rosé gekeltert werden. 

Diese pilzwiderstandsfähige Rebsorte ermöglicht eine besonders ressourcenschonende Bewirtschaftung und steht für die nachhaltige Entwicklung des Weinbaus am rechten Zürchsee-Ufer. Die Sorten Riesling-Sylvaner und Pinot noir bzw. Blauburgunder bleiben jedoch bis auf weiteres die Basis vom Weinbau «im Habühl». 

Ein besonderer Schatz des Weingutes sind die teilweise über 70-Jahre alten Rebstöcke. Diese prägen den Charakter der Weine und verbinden die Geschichte des «Weingutes Habühl» mit der heutigen Bewirtschaftung. Alle diese Massnahmen ergeben – bekömmliche und leichte Weine. Dies sind genau die Weine die zu einem ganzheitlichen und gesunden Lebensstil passen. 

Selbstverständlich gilt auch bei diesen Weinen – zu viel ist zu viel. Über die Bestockung mit zusätzlichen, neuen Sorten wird jedoch laufend nachgedacht. 

Lassen Sie sich überraschen! 

Der Fokus lag nun auf den Arbeiten im Rebberg. Die Ziele von Hans Grob waren schon damals Qualität der Trauben und eine Beschränkung der Ernte pro Rebstock. 

Während fünfzig Jahren bewirtschaftete Hans Grob mit seiner Frau Marie und zwei Saisoniers, dass «Weingut Habühl». Alle Trauben wurden von seinen Freunden, den Gebr. Welti in Küsnacht verarbeitet und die daraus die entstandenen Weine auch verkauft. 

Es entstanden dank der sehr guten Südwestlage, den geeigneten Böden und einer intensiven Pflege bereits damals erstklassige Zürichsee-Weine. 

Alle Trauben aus dem «Habühl» werden in der modernen, biozertifizierten Kelterei von Markus Weber in Meilen verarbeitet und regelmässig behördlich kontrolliert. So entstehen jährlich rund 5’000 Flaschen Weiss-, Rot- und Roséwein – Geschichte und Gegenwart des Zürichsee-Weinbaus in einem Glas. Wir freuen uns, wenn auch Sie sich von unseren Weinen überraschen lassen.